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28.03.2014

KÜHLER KOPF AM SCHMELZOFEN

Kuehler Kopf am Schmelzofen Schmelzerei Georg Fischer GmbH

E.COOLINE bewährt sich in Gießerei der Georg Fischer GmbH

Wer einmal in einer Gießerei war, weiß auch ohne Thermometer, dass enorme Temperaturen herrschen. Diese erreichen an den einzelnen Arbeitsplätzen oftmals Werte jenseits der 100-Grad-Marke und erschweren jegliche Aktivität. Der Schmelzbereich der Georg Fischer GmbH in Friedrichshafen bildet hier keine Ausnahme. Das Unternehmen, das via Aluminiumguss vor allem Fahrwerksteile für die Automobilindustrie produziert, geht für seine Mitarbeiter mit dem Einsatz von Kühltextilien jedoch neue Wege, um die extreme Hitzeexposition erträglicher zu machen und das temperaturbedingte Unfallrisiko gezielt zu senken. Denn aufgrund der abnehmenden Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit bei hohen Temperaturen steigt die Verletzungsgefahr. Als klarer Vorteil im Arbeitsalltag hat sich die einfache Handhabe der Westen und Bandanas von E.COOLINE erwiesen. In Sekundenschnelle ist das High-Tech-Vlies aktiviert und entfaltet über das Prinzip der Verdunstungskälte seine regulierende Wirkung – mit doppeltem Effekt: Die Mitarbeiter profitieren nicht nur am Arbeitsplatz von mehr Wohlbefinden, sondern können dank der eingesparten Energie auch noch fit in den Feierabend starten.

„Bereits zwei Tage nach dem offiziellen Startschuss für die Kühlwesten und Bandanas kam ein Mitarbeiter auf mich zu und schilderte begeistert von seinen Erfahrungen. Inzwischen höre ich immer wieder, dass die Kollegen selbst nach Schichtende bei weitem nicht mehr so müde sind wie früher“, berichtet Claudia Fröhling, Fachkraft für Arbeitssicherheit der Georg Fischer GmbH. Obwohl im Entscheidungsprozess zum Einsatz der speziellen Textilien in erster Linie die Reduzierung der Unfallgefahr während der Arbeitszeit im Vordergrund stand, hatte die Einführung der Kühltextilien gleichzeitig einen spürbaren Einfluss auf die Mitarbeiterzufriedenheit. „Angefangen hat dabei alles aufgrund einer Weiterbildung“, erklärt die Expertin für Arbeitsschutz. Denn während einer solchen hatte der Arbeitsmediziner der Georg Fischer GmbH das erste Mal in einem Fachmagazin von den E.COOLINE-Westen gelesen. Die Idee stieß bei Claudia Fröhling von Anfang an auf offene Ohren. „In den Westen sahen wir eine zusätzliche Möglichkeit zur Steigerung der Arbeitsqualität, die im persönlichen Bereich des Mitarbeiters ansetzt“, so Fröhling.

Aktivierung und Gewicht als Zünglein an der Waage

Auf Basis der Gefährdungsbeurteilung wurde 2010 mit der Marktevaluierung begonnen und eine Ausschreibung – entsprechend der Einkaufsvorgaben der Schweizer Muttergesellschaft Georg Fischer AG – erstellt. In die engere Auswahl kamen letztendlich zwei Anbieter. Ein Praxistest mit Mitarbeitern der Gießerei brachte die Entscheidung. Bei der täglichen Arbeit hatten die Produkte der E.COOLINE-Kollektion die Nase vorn. Die relevanten Faktoren: Benutzerfreundlichkeit und Gewicht. Die Aktivierung erfolgt bei E.COOLINE allein über Wasser. Das Material wird nur kurz unter den Wasserhahn gehalten, damit es sich vollsaugt. Über die Menge an Flüssigkeit entscheidet der Anwender selbst. Nach wenigen Sekunden ist die Oberfläche trocken. Die Weste kann je nach Bedarf über oder unter der normalen Kleidung getragen werden und sorgt dank des Prinzips der Thermoregulation sofort für Erleichterung: Je nach Außentemperatur gibt das High-Tech-Vlies Verdunstungskälte ab und wirkt somit effektiv und auf natürliche Weise der Überhitzung entgegen. „Für die E.COOLINE-Weste ist lediglich ein Wasserhahn notwendig, während die Aktivierung der anderen Weste einen Kühlschrank voraussetzt. Trotz des zusätzlichen Gewichts der aufgenommenen Flüssigkeit war die E.COOLINE-Weste laut Meinung der testenden Mitarbeiter zudem immer noch leichter zu tragen als sein Konkurrent aus dem Eisfach“, präzisiert Claudia Fröhling die ausschlaggebenden Kriterien. Der Favorit stand somit fest.

Weste und Bandana auf Siegeszug

Inzwischen sind 20 Westen und ebenso viele Bandanas im Einsatz. Jeder Mitarbeiter, der in der Schmelzerei – als Arbeitsbereich mit der größten Hitze – beschäftigt ist, hat sein persönliches Kleidungsstück erhalten, für dessen Pflege er auch selbst verantwortlich ist. Ausgestattet wurden dabei nicht nur die eigenen, festangestellten Mitarbeiter, sondern auch die Leihkräfte, die permanent bei der Georg Fischer GmbH eingesetzt sind. Alle wurden einzeln vermessen und nach Lieferung der Kühltextilien persönlich von einem Mitarbeiter der PERVORMANCE international GmbH über Anwendung und Reinigung informiert. Auch hier spielte die per se selbsterklärende Handhabung erneut ihre Stärken aus. „Viele unserer Mitarbeiter haben einen Migrationshintergrund. Lange Erklärungen oder umfangreiche Bedienungsanleitungen sind daher meist kontraproduktiv. Aber nachdem jeder direkt gesehen hatte, wie die Aktivierung funktioniert, war das Prinzip allen klar“, sagt Claudia Fröhling. Die Westen und Bandanas werden seitdem jeden Tag genutzt – seit kurzem sogar im 3-Schicht-Betrieb. Gerade bei der täglichen Reinigung des Schmelzofens führt die Funktionskleidung zu einer nachweislichen Erleichterung. Der Mitarbeiter, der die Schlacke mit der Krätzestange abzieht, kann der Strahlungswärme von 60 bis 80  Grad Celsius deutlich besser Paroli bieten. Kombiniert werden die Kühltextilien dabei mit der silbernen Hitzeschutzkleidung, die vorher – allein getragen – zu starkem Schwitzen führte. Auch wenn dies nicht vollständig unterbunden werden kann, sorgt die Weste unter den speziell beschichteten Schutzmänteln zum Abweisen der Aluminiumspritzer für mehr Wohlbefinden. „Jeder Mitarbeiter hat hierbei schon seinen eigenen Stil gefunden. Manche tragen das Vlies über dem Gießereihemd und der Latzhose, andere mit T-Shirt darunter. Wichtig ist allein, dass das Material nicht auf der nackten Haut aufliegt“, so Fröhling. Bis auf einen Kollegen, der aufgrund des persönlichen gesundheitlichen Hintergrunds Probleme mit den Kühltextilien hat, sind alle Mitarbeiter froh über die neue Arbeitskleidung. Jeden Tag vor Schichtbeginn aktivieren sie ihre „kühlen Helfer“, die im Spind in der Umkleide oder im persönlichen Mitarbeiterfach am Arbeitsplatz gelagert sind, im Waschbecken der Gießerei. Auch zwischendurch werden die Westen und Bandanas immer wieder befeuchtet. Denn je nach Temperatur am Arbeitsplatz verdunstet das Wasser bei dem einen schneller, bei dem anderen langsamer.

Volle Akzeptanz von Anfang an

„Nachdem in den ersten Tagen die Umstellung deutlich spürbar war, wird der Umgang mit den Westen und Bandanas zur Gewohnheit. Was bleibt, ist jedoch der persönliche Eindruck, nicht mehr so abgespannt und müde zu sein“, berichtet Claudia Fröhling. Die Atmosphäre am Arbeitsplatz ist laut der Expertin für Arbeitssicherheit spürbar besser geworden. „Die neue Methode des Wärmeausgleichs hat auch eine psychologische Komponente. Oftmals wird der Einfluss von Hitze unterschätzt. Denn es leiden nicht nur die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit, wodurch sich das Unfallrisiko erhöht.  Die Belastung führt zu Ausgelaugtheit, die wiederum Aggression hervorruft. Hier merken wir die Veränderung. Jetzt fühlen sich die Mitarbeiter körperlich wohler, das entspannt auch den Umgang miteinander.“

Ohne regelmäßige Pflege geht’s nicht

Dem nächsten Audit im Rahmen der Zertifizierung des Arbeitsschutzmanagements sieht Claudia Fröhling nicht zuletzt aufgrund der positiven Erfahrungen mit den neuen Hilfsmitteln in der Gießerei beruhigt entgegen. Der einzige Optimierungsbedarf besteht ihrer Meinung nach in der Reinigung der Textilien durch den Mitarbeiter. Obwohl sich die Pflege der Produkte selbst ohne Probleme gestaltet – das Material kann ganz normal bei 30 Grad mit pH-neutralem Pflegemittel in der Waschmaschine gereinigt werden, stehen noch einmal Einzelgespräche mit den Mitarbeitern an, die hier noch ein wenig Nachholbedarf haben. Um dem bei der Arbeit unvermeidbaren Schweißgeruch zwischendurch Einhalt zu gebieten, hat jeder Schichtleiter zusätzlich eine Sprayflasche mit Geruchsneutralisierer erhalten, die in der Halle während der Arbeitszeit zur Verfügung steht. Bevor der Mitarbeiter beispielsweise in die Pause geht, kann er die Weste einsprühen und lüften lassen. Nach der Pause geht es dann wieder frisch ans Werk. „Trotzdem ersetzt das Sprühen natürlich keine regelmäßigen Wäschen, das muss jedem klar sein“, so Fröhling.

Cool in die Zukunft

Wenn die Erprobungsphase der Kühltextilien vollständig abgeschlossen ist, folgt möglicherweise schon bald eine Erweiterung des Bestands. Claudia Fröhling überlegt bereits, auch die Kollegen der Instandhaltung mit den E.COOLINE-Produkten auszurüsten. „Die Mitarbeiter, die beispielsweise die Öfen warten oder Heizelemente austauschen, haben ebenfalls mit hohen Temperaturen zu kämpfen“, weiß Fröhling. Aufgrund der guten Erfahrungen in der Gießerei kann sie die Westen in jedem Fall ‚wärmstens’ empfehlen.